save me - Die Kampagne
In vielen Weltgegenden herrschen Verfolgung, Hungersnöte und Krieg. In Ländern wie Irak, Afghanistan, Kongo oder Sudan sind Hunderttausende auf der Flucht. Die meisten der Flüchtlinge können nicht einmal die Grenzen ihres Herkunftslandes überwinden. In akuten Krisensituationen sind es die unmittelbaren Nachbarstaaten, die – selbst oft arm – die Aufnahme von Zehntausenden organisieren müssen und damit überfordert sind. Der Weg nach Europa ist den Flüchtlingen verstellt. Tausende versuchen es trotzdem und sterben auf der Flucht. Nur wer jung, stark und gesund ist, oder über die nötigen Mittel verfügt und Glück hat, mag Erfolg haben und vielleicht hier ankommen. Doch viele Flüchtlinge werden, wenn sie das schaffen, ohne Perspektiven auf ein menschenwürdiges Leben jahrelang in provisorischen Lagern festgehalten.
Was wäre, wenn wir nicht mehr tatenlos zuschauten? Wenn wir tatkräftig zeigen würden, dass uns das Schicksal der Flüchtlinge dieser Welt nicht gleichgültig ist? Was wäre, wenn wir Menschen aus den Lagern und Notsituationen heraus nach Deutschland holen würden?
Ein breites Bündnis von PRO ASYL mit dem Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR), mit Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen fordert die Einrichtung eines Programms zur kontinuierlichen Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland.
In der Sprache der Politik heißt dieses Programm "Resettlement" bzw. "Neuansiedlung" und bedeutet dauerhafte Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen durch sichere Staaten. Zahlreiche der Schutzbedürftigen, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention als Flüchtlinge anerkannt sind, werden heute bereits vom UNHCR in den Krisengebieten ausgewählt und in ein Aufnahmeland gebracht. Dort erhalten sie ohne langwierige Prüfverfahren eine Aufenthaltserlaubnis, um Bürger des Gastlandes werden zu können. Die Idee der Neuansiedlung von Flüchtlingen ist keineswegs neu. Immer wieder nehmen Staaten Flüchtlinge aus Krisensituationen auf, um ihnen in den eigenen Grenzen einen dauerhaften Aufenthaltsstatus zu verschaffen. Die USA, Kanada, Schweden, Dänemark, die Niederlande, seit kurzem auch Großbritannien, und andere Staaten stellen in Kooperation mit UNHCR jährlich zehntausende Plätze für die Aufnahme von Flüchtlingen bereit.
Deutschland ist bislang zwar noch kein Resettlementstaat. Doch hat auch die Bundesrepublik im Laufe ihrer Geschichte mehrfach große Gruppen von Flüchtlingen aufgenommen, wenn auch teilweise unter problematischen Bedingungen. Ende der 1970er Jahre fanden zum Beispiel 26.000 vietnamesische Boatpeople dauerhaft sichere Aufnahme in Deutschland; 1999 wurden vorübergehend 10.000 Frauen und Kinder aus dem Kosovo ausgeflogen und nach Deutschland gebracht.
Der internationale Flüchtlingsschutz ist eine Daueraufgabe, an der sich auch Deutschland verantwortungsvoll und konsequent beteiligen sollte. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind vorhanden und Platz für Flüchtlinge ist – vor allem in Zeiten erfolgreicher Abschottung und zurückgehender Zuzugszahlen – genug vorhanden. Die Bundesregierung hat vor kurzem signalisiert, dass Deutschland bereit ist, Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Resettlement kann sicher nicht die Lösung für die weltweite Flüchtlingsproblematik sein, aber es ist für einige die Rettung. Lange, gefährliche und teure Fluchtwege könnten vermieden werden. Resettlement ist sicher kein Ersatz für Asyl: Nach wie vor müssen Flüchtlinge das Recht haben, an europäischen Grenzen Schutz und Asyl zu fordern. Aber Resettlement könnte ein deutliches Signal setzen! Gegen Ausgrenzung, Anfeindung und Abschottung von Flüchtlingen.
Die Kampagne save me - Flüchtlinge aufnehmen! unterstützt die Resettlement-Initiative. Sie möchte engagierten Personen und Organisationen dabei helfen, in ihren Kommunen für ein entsprechendes Aufnahmeprogramm zu werben. Wir rufen dazu auf, sich bundesweit der save-me-Kampagne anzuschließen!